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28.01.2020

Baden baut!

Der Schwarzwald - die Zukunft steht auf "grün" ist der Titel der vorerst letzten Kolumne von Klaus für´s Netzwerk Südbaden.

Die letzten Jahre machen Mut, die Entwicklung im Schwarzwald ist positiv. Das ist nicht nur auf den Tourismus beschränkt, sondern erstreckt sich über viele Wirtschaftszweige. Beim Tourismus ist dies jedoch am ehesten spürbar. Denn es ist keine Seltenheit, dass man in seinem Lieblingsgasthaus im Sommer nur auf Reservierung einen Platz bekommt.Erstaunlich ist, dass immer mehr Gäste aus dem eigenen Land kommen. Tendenz steigend. Es ist wieder trendy und vor allem ökologisch sinnvoll im Schwarzwald und in ganz Südbaden Ferien zu machen. Die nachhaltige und umweltfreundliche Ausrichtung kommt bei den Gästen an. Dafür haben die Gastronomen viel getan und vor allen Dingen in Gebäude und deren Ausstattung investiert. Sehr bemerkenswert ist, dass auch das Thema Architektur wieder eine bedeutende Rolle spielt. Die Zeit der Kulissenarchitektur, a la Disneyland-Tirol hat sich überdauert. Viele gute Beispiele zeigen, dass man mit einfachen Mitteln den Bezug zur Heimat viel besser und seriöser abbilden kann. Die Halde in Hofsgrund, der Schwanen in Bernau und auch der Waldfrieden in Herrenschwand sind dafür sehr gute Beispiele. Neben dem Tourismus brauchen wir jedoch weitere Wirtschaftszweige, um dauerhaft attraktiv für die Bewohner im Schwarzwald zu sein. Umwelttechnologie wird immer wichtiger und da haben wir mit Testo und Sick gleich zwei Schwergewichte in der Region. Der Klima- und Umweltschutz wird in den nächsten Jahrzehnten eine wichtige, wenn nicht gar die entscheidende Rolle spielen. Dafür braucht es Innovation und mutige Unternehmen. Überhaupt sind wir im Schwarzwald sehr vielfältig aufgestellt: Maschinenbau, Medizintechnik und vieles mehr. Diese Diversität sorgt fü wirtschaftliche Stabilität.

 

Der Schwarzwald war immer schon durch Bevölkerungszuzug geprägt. Durch Kriege und Krankheiten waren im Mittelalter und danach ganze Täler nahezu entvölkert. Den Bevölkerungsmangel hat man aus anderen Landstrichen, wie Savoyen oder dem Südtirol wieder "aufgefüllt". Das hat uns nicht geschadet, im Gegenteil, der "Genpool" wurde dadurch deutlich erweitert. Auch heute brauchen wir Menschen aus anderen Regionen, denn in allen Bereichen fehlt Fachpersonal. Dafür müssen wir dringend bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wichtig dabei ist, dass dies unter Nachhaltigkeitsaspekten erstellt wird. Am besten in Holzbauweise. Dieser und Holzbaudämmstoffen sagt man in Fachkreisen eine große Zukunft voraus. Dabei beginnen wir nicht bei null, wir können auf eine lange Tradition aufbauen. Durch neue Verfahren in der Holzbautechnologie wird die Tragfähigkeit nochmals deutlich erhöht und somit für alle Bereiche, auch für den Industriebau interessant.

 

Im Grund haben wir alles. Eine unbeschreiblich schöne Natur, zufriedene Menschen, Ressourcen und eine innovationsorientierte Wirtschaft. Außerdem können wir uns aufgrund des vielfältigen energetischen Angebots, wie Biomasse, Wasser- Solar- und Windkraft regional autark mit Energie versorgen. Seit Jahrhunderten wird der Naturraum Schwarzwald durch die Menschen verändert. Man hat aber erkannt, dass es auch Raum für seltene Pflanzen und Tierarten geben muss. Deswegen braucht es Gebiete in denen sich die Natur weitgehend selbst überlassen bleibt.

 

Die Menschen im Schwarzwald haben aus wenig schon immer viel gemacht. Diese Eigenschaft wird in Zeiten knapper werdender Ressourcen entscheidend sein. Man sagt ihnen insbesondere drei Dinge nach: Sie sind erfinderisch, hartnäckig und bescheiden. Damit wird man es auch in der Zukunft weit bringen können.

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