Praxisbeispiele aus dem Freiburger Modell

Im Interesse der besseren Organisation wird das Bauteam in vier Gewerkegruppen unterteilt – Rohbaugewerke, Technikgewerke, Außenhülle und Innenhülle -, wobei erfahrungsgemäß im Bereich Rohbaugewerke die größten Optimierungs- und Kostenerfolge zu erzielen sind, hierzu zwei Praxisbeispiele

Bei einer Wohnanlage waren zunächst Stahlbetonhohlwände mit Ortbetonverguss als Trennwände zwischen den Wohnungen vorgesehen. Auf Grund der aktuellen Preissituation, wegen des Stahlpreises und der regionalen Monopolstellung des Fertigteillieferanten sowie der Baustelleneinrichtung schlug der Rohbauunternehmer die Ausführung in Kalksandsteinmauerwerk vor. der Preisvorteil inkl. der Verputzarbeiten als Dünnputz betrug 9,50 EUR pro Quadratmeter Wandfläche

Bei der Baustelleneinrichtung für ein Mehrfamilienhaus – geplant waren tragende Stahlbetonwände in Querschottenbauweise sowie die Außenwände und das Dach als nicht tragende, vorgefertigte Holzrahmenelemente – ließen sich 4.600 UER durch die gemeinsame Nutzung von Hebezeugen sparen.

Aber auch bei anderen Gewerkegruppen rentieren sich die Vorüberlegungen im Team. Optimierungspotenzial bei den Technikgewerken birgt beispielsweise die Leistungsführung innerhalb der Leitungsschächte sowie innerhalb der Vorwandinstallationen und im Bereich der Hausanschluss- und Technikräume. Kluge, abgestimmte Konzepte schaffen hier mehr Wohnfläche und damit mehr Raum zum gleichen Preis.

Bei der Ausführung der Außenhülle lässt sich ebenfalls vieles optimieren – auch dazu ein Beispiel aus der Praxis: Für die Verkleidung eines Gebäudes in Holzbauweise war eine schmale Stülpschalung vorgesehen. Durch Abstimmungsgespräche des Architekten mit dem Zimmerer und dem Sägebetrieb wurde eine neuer Profiltyp entwickeln, der der ursprünglich beabsichtigten Optik genau gleich kam , jedoch in der Montage und Befestigung wesentliche einfacher zu handhaben war. So sparte der Bauherr bares Geld.

Insbesondere beim Innenausbau erwarten die Bauherren eine umfangreiche Beratung und Betreuung. Für die Optimierung kommt es ganz wesentlich darauf an, welche Standards er wählt, ein Beispiel: Bei einem Wohnungsbauvorhaben waren die Innentreppen als Stahltragkonstruktionen mit Holzstufen geplant. Bei gleicher Optik und Qualität konnten die Treppen von einem Systemhersteller um ca. 720,- EUR pro Stück und Stockwerk günstiger angeboten werden.

Auch wenn sich die Höhe der einzelnen Einsparungen zunächst relativ unscheinbar ausnimmt, ergeben sie in der Summe meist eine stattliche Zahl. Denn erfahrungsgemäß führen alle Optimierungsmaßnahmen zusammengenommen zu einer Senkung des Gesamtbaupreises um durchschnittlich 10-15 Prozent.